SV OG Mooswiese-Neumarkt
Zeitungsberichte vom LG-Leistungshüten
August 2011
Nordbayern.de
Olivia treibt Nascher aus dem Blumenbeet
Leistungshüten bei Unterbuchfeld:
Können der Vierbeiner getestet — Teilnehmer aus ganz Deutschland
22.08.11 DEINING/UNTERBUCHFELD - Nascher gibt es überall: Auch in Schafherden leben immer einige mutige Tiere, die gern mal den Raps am Wegesrand oder das Blumenbeet im Vorgarten mit dem Maul erkunden. Damit die Tiere schön bei der Herde und auf dem Weg oder auf der Weide bleiben, sind Schäferhunde wichtig. Beim Leistungshüten am Hagnerhof bei Unterbuchfeld zeigten Hunde und Schäfer, wie sie eine Herde auf den rechten Pfad führen..
Die Nascher blöken ihren weniger risikofreudigen Kollegen dann auch zu, wie fein das schmeckt, und locken sie nach. „Da muss ein Hütehund sofort dazwischengehen — sonst hat er 300 Schafe im Raps, und die sind da viel schwieriger wieder rauszulotsen als zwei oder drei“, sagt Lutz Ringer. Der erfahrene Schäfer und Hundezüchter aus Leutershausen begleitet die Prüfung mit Mikrofon und Lautsprecher, um den Besuchern mit launigen Kommentaren aufzuzeigen, was Hunde und Schäfer gerade zeigen, worauf es bei den einzelnen Prüfungsteilen ankommt.
Zwei Richter, Manfred Voigt und Peter Brückner, begleiten Schäfer Herbert Kind, der mit Olivia als Haupthund und Hill als Beihund die „Prüfungsherde“ mit rund 300 Schafen zu verschiedenen Stationen treibt. Start ist mit dem Auspferchen, bei dem der Schäfer sich erstmal im Pferch mit Leitschaf und Herde vertraut macht. Herbert Kind öffnet ein rund acht Meter breites Nadelöhr im Zaun, und dann geht es los mit der Anforderung für Olivia und Hill: Sie sollen die Schafe durch die Öffnung treiben, verhindern, dass sich Lämmer im Zaun verwuseln, wie es Ringer ausdrückt. Dann geht es in einer Kurve über eine „Brücke“, also einen schmalen Überweg, der beim Hagnerhof mit einem offenstehenden Gatter und einem Zaunteil markiert ist.
Weiter zeigt Olivia, deren Leistung hier bewertet wird, dass sie es schafft, zwischen vorbeifahrenden Autos und den Schafen hin und her zu wechseln, um so Abstand zu schaffen; sie muss die Schafe auf einem engen Gehüt, also einer langen, schmalen Fläche halten können und Naschern keine Chance lassen. „Wenn doch eins das Maul in verlockenden Weizen oder Raps senkt, wird das Schaf gestraft“, sagt Schäfer Ringer. Mit einem Meutegriff, ähnlich, wie ihn eine Hundemutter bei der Erziehung ihres Welpen anwendet: Das Schaf darf nicht verletzt werden, soll aber merken: Jetzt ist Schluss. Olivia und Hill müssen ihr Augenmerk vor allem auf die Ecken lenken, die Schafe genau auf dem Weg halten. Letzte Prüfungsstation ist das Einpferchen, und die Bewertung wird besprochen.
In der Realität seien die Herden, mit denen Schäfer und Hunde unterwegs sind, meist deutlich größer, sagt Ringer. Von 500 bis über 1000 Tiere seien in den nur noch 260 Hüteschäfereien die Norm. Vor allem die „überbordende Bürokratie“ unterstütze die rückläufige Tendenz, so Ringer weiter. Er appelliert an die Besucher, Fleisch von einheimischen Lämmern zu essen: „Das muss nicht immer so weit anreisen wie aus Neuseeland.“
Zufrieden mit dem ersten Leistungshüten unter der Regie der SV-Ortsgruppe Mooswiese-Neumarkt ist Vereinschef Kurt Ent. Bei dieser Prüfung der Landesgruppe Bayern Nord vom Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) wurden 13 Teilnehmer mit 26 Hunden geprüft; aus dem ganzen Bundesgebiet kommen sie, und die oberpfälzischen Schafe müssen sich auch auf Lockrufe in niedersächsischem und thüringischem Dialekt einstellen.
Die Teilnehmer wollen sich für die Bundesmeisterschaften qualifizieren Interesse hatten sogar noch mehr Schäfer bekundet, aber diejenigen, die noch nicht qualifiziert waren, hatten Vorrang, sagt Ent. Auf die ersten Plätze kamen am Wochenende: Winfried Weinhold mit Kaya von den Schwedenschanzen (94 von maximal 100 Punkten), Zweite sind Nancy Denecke mit Genna aus der Glockenbergsschäferei (85 Punkte), Dritte wurde Gerd Jahnke mit Eischa aus der Glockbergsschäferei.
Da bereits nordbayerische Jugend- und Juniorenmeisterschaften in Neumarkt gut organisiert wurden, hatte die SV-Landesgruppe sich an Ent gewandt, ob denn nicht auch mal ein Leistungshüten hier möglich wäre. Ent hat die Schäferei Schenk gewonnen, die Schafe und Areal zur Verfügung stellten.
Außerdem ist es Ent, der selber seit 1975 Schäferhunde hat und auch bei Prüfungen und Meisterschaften teilnimmt, ein Anliegen, auch andere für die Vielseitigkeit des Schäferhundes zu begeistern: Ausdauernd und selbstständig müssen Hütehunde sein, sie müssen ihre Herde verteidigen können. „Sie sind Gebrauchshunde, sie arbeiten, aber sie sind auch der Kamerad des Schäfers“, fasst Ent zusammen.
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Neumarktonline.de
"Nascher" abgestraft
NEUMARKT. Schäfer und Schäferhunde maßen sich beim Leistungshüten in Unterbuchfeld. Sie wollen sich für die Bundesmeisterschaften qualifizieren.
Nascher gibt es überall: Auch in Schafherden leben immer einige mutige Tiere, die gern mal den Raps am Wegesrand oder das Blumenbeet im Vorgarten mit dem Maul erkunden. Damit die Tiere schön bei der Herde und auf dem Weg oder auf der Weide bleiben, sind Schäferhunde wichtig.
Beim Leistungshüten am Hagnerhof bei Unterbuchfeld zeigten Hunde und Schäfer, wie sie eine Herde auf den rechten Pfad führen.
Die Nascher blöken ihren weniger risikofreudigen Kollegen dann auch zu, wie fein das schmeckt, und locken sie nach. "Da muss ein Hütehund sofort dazwischengehen — sonst hat er 300 Schafe im Raps, und die sind da viel schwieriger wieder rauszulotsen als zwei oder drei", sagt Lutz Ringer. Der erfahrene Schäfer und Hundezüchter aus Leutershausen begleitet die Prüfung mit Mikrofon und Lautsprecher, um den Besuchern mit launigen Kommentaren aufzuzeigen, was Hunde und Schäfer gerade zeigen, worauf es bei den einzelnen Prüfungsteilen ankommt.
Zwei Richter, Manfred Voigt und Peter Brückner, begleiten Schäfer Herbert Kind, der mit Olivia als Haupthund und Hill als Beihund die "Prüfungsherde" mit rund 300 Schafen zu verschiedenen Stationen treibt. Start ist mit dem Auspferchen, bei dem der Schäfer sich erstmal im Pferch mit Leitschaf und Herde vertraut macht.
Herbert Kind öffnet ein rund acht Meter breites Nadelöhr im Zaun, und dann geht es los mit der Anforderung für Olivia und Hill: Sie sollen die Schafe durch die Öffnung treiben, verhindern, dass sich Lämmer im Zaun verwuseln, wie es Ringer ausdrückt. Dann geht es in einer Kurve über eine "Brücke", also einen schmalen Überweg, der beim Hagnerhof mit einem offenstehenden Gatter und einem Zaunteil markiert ist.
Weiter zeigt Olivia, deren Leistung hier bewertet wird, dass sie es schafft, zwischen vorbeifahrenden Autos und den Schafen hin und her zu wechseln, um so Abstand zu schaffen; sie muss die Schafe auf einem engen Gehüt, also einer langen, schmalen Fläche halten können und Naschern keine Chance lassen.
"Wenn doch eins das Maul in verlockenden Weizen oder Raps senkt, wird das Schaf gestraft", sagt Schäfer Ringer. Das passiert mit einem Meutegriff, ähnlich, wie ihn eine Hundemutter bei der Erziehung ihres Welpen anwendet: Das Schaf darf nicht verletzt werden, soll aber merken: Jetzt ist Schluss.
In der Realität seien die Herden, mit denen Schäfer und Hunde unterwegs sind, meist deutlich größer, sagt Ringer. Von 500 bis über 1000 Tiere seien in den nur noch 260 Hüteschäfereien die Norm. Vor allem die "überbordende Bürokratie" unterstütze die rückläufige Tendenz, so Ringer weiter. Er appelliert an die Besucher, Fleisch von einheimischen Lämmern zu essen: "Das muss nicht immer so weit anreisen wie aus Neuseeland".
Zufrieden mit dem ersten Leistungshüten unter der Regie der SV-Ortsgruppe Mooswiese-Neumarkt ist Vereinschef Kurt Ent. Bei dieser Prüfung der Landesgruppe Bayern Nord vom Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) wurden 13 Teilnehmer mit 26 Hunden geprüft; aus dem ganzen Bundesgebiet kommen sie, und die oberpfälzischen Schafe müssen sich auch auf Lockrufe in niedersächsischem und thüringischem Dialekt einstellen.
Die Teilnehmer wollen sich für die Bundesmeisterschaften qualifizieren. Interesse hatten sogar noch mehr Schäfer bekundet, aber diejenigen, die noch nicht qualifiziert waren, hatten Vorrang, sagt Ent.
Auf die ersten Plätze kamen am Wochenende: Winfried Weinhold mit Kaya von den Schwedenschanzen (94 von maximal 100 Punkten), Zweite sind Nancy Denecke mit Genna aus der Glockenbergsschäferei (85 Punkte), Dritte wurde Gerd Jahnke mit Eischa aus der Glockbergsschäferei.
Da bereits nordbayerische Jugend- und Juniorenmeisterschaften in Neumarkt gut organisiert wurden, hatte die SV-Landesgruppe sich an Ent gewandt, ob denn nicht auch mal ein Leistungshüten hier möglich wäre. Ent hat die Schäferei Schenk gewonnen, die Schafe und Areal zur Verfügung stellten.

Bericht über die Bayerische FH-Meisterschaft |
SV-Zeitung Januar 2010 |
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